Wozu soll ich mit meinen "inneren Kind(ern)" sprechen
Wenn Du deine "inneren Kinder" vereinen möchtest... sprich mich an :-)
Das innere Kind – ein Schlüssel zu Gesundheit, Selbstwert und Lebendigkeit
Ursprung des Konzepts
Das Bild des „inneren Kindes“ ist heute weit verbreitet, doch seine Wurzeln liegen in verschiedenen psychologischen Schulen. In der Transaktionsanalyse von Eric Berne wird vom „Kind-Ich“ gesprochen – einem inneren Zustand, der Gefühle, Spontaneität und auch alte Verletzungen repräsentiert. Die Gestalttherapie griff diese Idee auf und betonte die Notwendigkeit, abgespaltene Anteile wieder zu integrieren. Später machten Autoren wie John Bradshaw oder Erika Chopich und Margaret Paul das Konzept populär, indem sie es für ein breites Publikum zugänglich machten. Sie beschrieben das innere Kind als eine lebendige Metapher für unsere frühesten Erfahrungen, Bedürfnisse und Verletzungen – ein Teil von uns, der nie verschwindet, sondern unser Leben im Hintergrund prägt.
Das innere Kind ist also kein „extra Wesen“ in uns, sondern ein Bild für die Summe unserer frühen Prägungen. Es erinnert uns daran, dass wir nicht nur rationale Erwachsene sind, sondern auch emotionale Wesen, die nach Geborgenheit, Anerkennung und Freude suchen.
Verletztes Kind vs. freies Kind
Ein zentrales Element der Arbeit mit dem inneren Kind ist die Unterscheidung zwischen dem verletzten Kind und dem freien, spielerischen Kind.
- Das verletzte Kind steht für die Anteile in uns, die durch Zurückweisung, Scham, Vernachlässigung oder Überforderung geprägt wurden. Es trägt die Erinnerungen an Momente, in denen wir uns klein, hilflos oder ungeliebt fühlten. Diese Erfahrungen können unbewusst unser Verhalten als Erwachsene beeinflussen – etwa in Form von Selbstzweifeln, übermäßiger Anpassung oder Angst vor Nähe.
- Das freie Kind hingegen verkörpert unsere ursprüngliche Lebendigkeit. Es ist neugierig, kreativ, spontan und voller Freude. Es erinnert uns an die Fähigkeit, im Moment zu sein, zu spielen, zu lachen und uns unbeschwert auszudrücken. Dieses freie Kind ist eine Quelle von Energie und innerer Stärke, die uns auch als Erwachsene zur Verfügung steht – wenn wir den Zugang dazu wiederfinden.
Die Arbeit mit dem inneren Kind bedeutet daher, das verletzte Kind zu trösten und zu heilen, während wir gleichzeitig dem freien Kind wieder mehr Raum geben.
Bedeutung für Selbstwert, Beziehungen und Resilienz
Warum ist das innere Kind so wichtig für unser heutiges Leben? Drei Bereiche stechen besonders hervor:
1. Selbstwert
Viele unserer Selbstzweifel wurzeln in frühen Erfahrungen. Wenn wir als Kinder das Gefühl hatten, nicht gut genug zu sein, tragen wir diese Botschaften oft unbewusst weiter. Indem wir das verletzte Kind anerkennen und ihm mit Mitgefühl begegnen, können wir diese alten Glaubenssätze hinterfragen. Das stärkt unseren Selbstwert und ermöglicht uns, uns selbst liebevoller zu begegnen.
2. Beziehungen
Unsere Bindungsmuster entstehen in der Kindheit. Wer gelernt hat, dass Nähe unsicher ist, wird als Erwachsener vielleicht Distanz suchen oder sich übermäßig anpassen. Die bewusste Auseinandersetzung mit dem inneren Kind hilft, diese Muster zu erkennen und zu verändern. So können wir Beziehungen gestalten, die auf Vertrauen, Offenheit und gesunder Abgrenzung beruhen.
3. Resilienz
Resilienz bedeutet innere Widerstandskraft. Sie wächst, wenn wir sowohl unsere Verletzlichkeit als auch unsere Ressourcen annehmen. Das freie Kind ist dabei eine wichtige Kraftquelle: Es schenkt uns Humor, Kreativität und die Fähigkeit, auch in schwierigen Zeiten Leichtigkeit zu finden. Wer Zugang zu diesem Anteil hat, kann Krisen besser bewältigen und schneller ins Gleichgewicht zurückfinden.
Fazit
Das Konzept des inneren Kindes ist mehr als eine psychologische Theorie – es ist ein praktischer Wegweiser für ein erfüllteres Leben. Indem wir das verletzte Kind in uns anerkennen und heilen, befreien wir uns von alten Mustern. Indem wir das freie Kind wiederentdecken, öffnen wir uns für Freude, Kreativität und Lebendigkeit.
So wird das innere Kind zu einem inneren Kompass: Es zeigt uns, wo Heilung nötig ist, und erinnert uns gleichzeitig daran, dass wir schon immer die Fähigkeit zur Lebendigkeit in uns tragen.










