Erfahrungsbericht aus den Online-Gruppentreffen von "ReConnect- Familien verbinden"
Erfahrungsbericht aus den Online-Gruppentreffen von
"ReConnect- Familien verbinden"

Wenn das eigene Kind sich abwendet: Sie sind mit diesem Schmerz nicht allein
Stellen Sie sich eine Frau vor, die allein auf einem Klappstuhl in einem leeren, kahlen Raum sitzt. Keine Möbel, keine Bilder an der Wand – nur sie und die Stille. So beschreibt eine Mutter, was Kontaktabbruch für sie bedeutet, wenn alle anderen nach Hause gegangen sind und der Tag zur Ruhe kommt.
Ein Vater sieht sich auf einer Eisscholle, die sich vom Packeis löst. Seine Kinder sitzen auf dem Teil, der davontreibt. Er steht da und sieht zu, wie die Entfernung größer wird – und kann nichts tun.
Eine andere Mutter beschreibt sich mitten in einer tosenden Nordsee im November. Sie kämpft gegen die Wellen, kommt kurz an die Oberfläche, holt Luft – und wird wieder hinuntergezogen.
Das sind keine Bilder aus einem Film. Das sind innere Bilder, die Eltern und Großeltern in unserer letzten Online-Gruppe für ihren eigenen Zustand gefunden haben – Menschen, deren erwachsene Kinder oder Enkelkinder den Kontakt zu ihnen abgebrochen haben. Manche seit wenigen Monaten, manche seit mehr als zehn Jahren.
Vielleicht erkennen Sie sich in einem dieser Bilder wieder. Vielleicht haben Sie ein ganz eigenes.
Ein Schmerz, für den es kaum Worte gibt
Kontaktabbruch zu den eigenen Kindern ist ein Verlust ohne Trauerfeier, ohne Beileidsbekundungen, ohne gesellschaftlich anerkanntes Ritual. Das Kind lebt – und ist doch nicht erreichbar. Es gibt keinen Abschied, an dem man festhalten kann, und oft auch keine Erklärung.
In unserer letzten Gruppe erzählte eine Teilnehmerin von der verschlossenen Tür in einer Wand – sie weiß nicht, was dahinter liegt, und auch nicht, wie sie sie öffnen könnte. Eine andere beschrieb beschlagene Fensterscheiben, in die man mit dem Finger das Wort „Hoffnung“ schreibt, während draußen die Dunkelheit wächst.
Immer wieder fiel in der Runde derselbe Gedanke: Mir fehlen die Worte. Kein Vorwurf, keine Erklärung, keine Möglichkeit zum Gespräch – nur Schweigen auf der anderen Seite. Diese Sprachlosigkeit, verbunden mit einer Kommunikation, die oft nur in eine Richtung läuft, erleben viele Betroffene als die größte Belastung überhaupt.
Und mit dem Schweigen kommt fast immer die Schuldfrage: Was habe ich falsch gemacht? Eine Mutter in der Gruppe fand dazu einen Satz, der vielen im Raum half: „Mit mir stimmt grundsätzlich alles.“ Sie räumte ein, Fehler gemacht zu haben – wie jeder Mensch. Das ändere für sie aber nichts daran, als Mensch in Ordnung zu sein.
Der Schmerz kommt in Wellen – nicht in einer geraden Linie
Eine wichtige Erkenntnis aus unseren Treffen: Die Trauer um ein lebendes, aber unerreichbares Kind verläuft nicht linear. Sie gleicht eher einer Autoscooterfahrt. An manchen Tagen gelingt der Alltag, es gibt Ablenkung, sogar Freude. An anderen Tagen rutscht man unvermittelt wieder tief hinein in Verlust, Grübeln und Schmerz – oft ausgelöst durch eine Erinnerung, ein Lied, ein Datum, ein Foto in den sozialen Medien.
Das ist kein Rückschritt. Das ist der Prozess selbst. Es gibt keine verlässliche Dauer und keine schnelle Lösung dafür – und genau das zu hören, entlastet viele Eltern mehr, als sie erwartet hätten.
Sie sind nicht allein – auch wenn es sich so anfühlt
Was viele Teilnehmende aus unserem letzten Treffen am meisten mitnahmen, war kein fertiges Rezept gegen den Schmerz. Es war die Erfahrung, dass andere Menschen ganz ähnliche Gedanken, Ängste und Bilder im Kopf tragen. Eine Großmutter sagte: „Ich dachte oft, ich sei verrückt. Hier merke ich, dass andere in vergleichbaren Situationen Ähnliches erleben.“ Eine andere Teilnehmerin erzählte, wie erleichternd es für sie war zu hören, dass auch andere ihre Situation als zutiefst unfair empfinden – ein Gefühl, das man sich im Alltag kaum zu zeigen traut.
Ich kenne diese Einsamkeit auch aus eigener Erfahrung. Zu meiner älteren Tochter besteht seit fast vierzehn Jahren kein Kontakt. Mit meinem Sohn gab es fünf Jahre lang Funkstille, bevor er von sich aus wieder die Nähe suchte. Seitdem bauen wir die Beziehung langsam wieder auf – wie eine zarte Pflanze, die Pflege braucht und empfindlich bleibt. Aus dieser eigenen Geschichte heraus begleite ich seit einiger Zeit Eltern, die Ähnliches erleben.
#StrategienGegenEinsamkeit
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Was in unserer Online-Gruppe passiert
Unsere Gruppentreffen finden online statt, dauern 90 Minuten und sind bundesweit zugänglich – unabhängig davon, wo Sie wohnen. In lockerer, vertraulicher Atmosphäre sprechen wir offen über das, was sonst oft verschwiegen wird:
• Eine Vorstellungsrunde, in der jede und jeder so viel von der eigenen Geschichte teilt, wie es sich richtig anfühlt.
• Raum für innere Bilder und Gefühle – wie die Eisscholle, die stürmische See oder die verschlossene Tür –, die helfen, Unsagbares greifbar zu machen.
• Fachliches Hintergrundwissen zu Trauer, Bindung und den psychologischen Mechanismen hinter einem Kontaktabbruch, verständlich erklärt und ohne erhobenen Zeigefinger.
• Austausch über Ressourcen, die durch die Krise tragen – ob Musik, Ehrenamt, Bewegung, Schreiben oder einfach ein Hund, der einen zum Lachen bringt. Diese Ressourcen ersetzen die eigenen Kinder nicht. Aber sie helfen, wieder Vertrauen in sich selbst zu finden.
• Eine Abschlussrunde, in der jede und jeder mitnimmt, was an diesem Abend gutgetan hat.
Die Gruppe trifft sich in der Regel im Abstand von sechs bis acht Wochen in derselben Zusammensetzung. Sie entscheiden nach jedem Treffen selbst, ob Sie weiter dabei sein möchten, in eine andere Gruppe wechseln oder es bei einem einmaligen Besuch belassen. Es gibt keine Verpflichtung und keinen Druck.
Für wen die Gruppe gedacht ist
Unsere Gruppen richten sich an Mütter, Väter und Großeltern, deren erwachsene Kinder oder Enkelkinder den Kontakt reduziert oder vollständig abgebrochen haben – ganz gleich, ob das erst wenige Wochen oder schon viele Jahre zurückliegt, ob die Gründe bekannt oder völlig unklar sind, und ganz gleich, ob noch Hoffnung auf Wiederannäherung besteht oder Sie gerade lernen, mit einem dauerhaften Verlust zu leben.
Sie müssen nicht erklären können, warum Ihr Kind gegangen ist. Sie müssen nicht „weit genug“ in Ihrer Trauer sein. Sie müssen nur bereit sein, sich für 90 Minuten in einen Kreis von Menschen zu setzen, die wissen, wovon Sie sprechen, ohne dass Sie es ausbuchstabieren müssen.
Was Sie konkret erwarten können
Niemand wird gedrängt, mehr zu erzählen, als er oder sie möchte. Alles, was in der Gruppe besprochen wird, bleibt vertraulich. Es geht nicht darum, Lösungen zu verordnen oder zu sagen, was Betroffene tun oder lassen sollen. Es geht darum, einen Ort zu schaffen, an dem der Schmerz über ein Kind, das noch lebt, aber nicht erreichbar ist, zum ersten Mal vielleicht nicht beschönigt, verdrängt oder erklärt werden muss – sondern einfach da sein darf.
Wer oder was ist "ReConnect"
Ich stelle Ihnen das Projekt „ReConnect" by coaching-beim-Pabst.de vor und teile Erfahrungen aus der Begleitung von Eltern, die den Kontakt zu ihren Kindern verloren haben.
#Reconnect
#Miteinander
#NichtAlleine
nächster Termin (neue Teilnehmer)
📅 Datum: 21.10.2026
🕒 Uhrzeit: (19:00 Uhr – 20:30 Uhr)
💻 Online via: Teams
💶 Teilnahme: Ihr Name + Ihre Emailadresse und kurze Ausführungen zu Ihrem
Anliegen
Kostenbeitrag: 39 EUR
Anmeldung
📧 E-Mail: reConnect(at)coaching-beim-Pabst.de oder Tom(at)verlassene-Eltern.com
☎ Telefon: 0157 35782801
Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen.
Manchmal beginnt Veränderung mit einem offenen Gespräch und dem Mut, sich Unterstützung zu holen.
Ich freue mich darauf, Sie im Online-Gruppentreffen begrüßen zu dürfen.
ReConnect by coaching-beim-Pabst.de
Begleitung für Eltern im Kontaktabbruch mit erwachsenen Kindern
Ihr Thomas Pabst
Coach, Paarberater und Mediator für Eltern im Kontaktabbruch









